Sonntag, 12. Januar 2014

Designerläden

Designerläden in der Innenstadt
Da, wo die Vielfalt keine Grenzen kennt

Die Budapester Innenstadt lockt nächstes Wochenende gleich zweifach aus dem Haus: Einmal am Freitag, den 8. Juni, zur Stylewalker Night, wo kleine Designerläden bis Mitternacht geöffnet haben und zwei Tage später auf den Erszébet tér, wo sich noch mehr Designer und andere Künste tummeln, um ihre Entwürfe oder Produkte vorzustellen.

Sommerwetter zieht die Menschen auf die Straßen und Plätze der ungarischen Hauptstadt und lädt zum Spazieren und Schlendern ein. Touristen durchforsten die Gassen und entdecken Läden und Geschäfte, die man als Expat oft über- oder nicht mehr sieht. Schmuck, Möbel, Textilien, Kleidung, Aufkleber oder Uhren. Alles ist in Budapest zu haben. Einen kleinen Überblick über einige kleine und große Designerläden, die zum Teil schon lange existieren und viele Kreationen unterschiedlicher Designer anbieten, möchte die BUDAPESTER ZEITUNG im Folgenden bieten.

Bild: Aaron Taylor (1)
Einzigartig und modisch

Die Galerie Eventuell entstand bereits 1994 in der Nyáry Pál utca als alternative Kellergalerie und zog neun Jahre später an ihren jetzigen Standort. Obwohl er anfangs nur als Plattform für die eigenen Entwürfe gedacht war, wuchs sich der Laden schnell zu einem Schauraum aus, so finden unter der Leitung von zwei der fünf Gründer, Szilvia Szigeti und Tamás Radnóti, jedes Jahr vier bis fünf Ausstellungen junger ungarischer und ausländischer Designer statt.

Inzwischen birgt der Laden Entwürfe von insgesamt zwölf unterschiedlichen Designern, die alle dem Motto „Direkt vom Designer“ folgen, regelmäßig im Geschäft anzutreffen sind und dadurch auch den persönlichen Kontakt mit den Kunden pflegen. Neben Heimtextilien und Lampen finden sich hier auch einzigartige Schals und Stolas, exklusiver Schmuck und Kleidung. Wobei alles nur in kleinen Serien hergestellt wird. Bei der Auswahl der Designer lagen Kriterien wie Originalität, Kreativität und Eigenständigkeit zu Grunde, wodurch ein buntes Potpourri von Persönlichkeiten entstanden ist, das sich gut ergänzt.

An den Freitagen und Samstagen verwandelt sich der Laden außerdem zu einem gut besuchten Klub, in dem sich Interessierte, Stammkunden und andere Galeristen treffen, um sich Tipps oder Anregungen zu holen.
 
Bild: Eventuell (1)
Witzig und brauchbar

Als einer der ersten Designerläden Budapests entstand Ende 2002 der Designladen Forma am Ferenciek tere. Der Laden versuchte erfolgreich eine Lücke auf dem ungarischen Markt zu füllen. Die Inhaber bemühen sich bis heute, die besten, lustigsten, neuesten, schönsten und modernsten Stücke für ihre Käufer zu finden und erneuern und erweitern ihr großes Angebot, das bereits jetzt etwa 700 unterschiedliche Artikel enthält, kontinuierlich.
Neben der guten Qualität spiele bei der Auswahl auch das Aussehen und die Idee, die dahintersteckt, eine große Rolle. Noch müssten sie die meisten Produkte bei großen Firmen im Ausland suchen, jedoch werde das Angebot mit ungarischen Designern und Brands nicht bloß ergänzt, sondern vervollständigt. Im Moment gibt es insgesamt fünf ungarische Labels, die ständig im Laden vertreten sind. Dazu gehörten zum Beispiel einige originelle Souvenirartikel und Designerküchenutensilien.

Originell und bezahlbar

Bild: Insitu (1)
In einem Innenhof an der Múzeum körút nicht weit vom Astoria entfernt, entstand im November 2007 das Designergeschäft INSITU. Bereits zwei Jahre später fügte sein Besitzer András Gerzsenyi diesem noch den kleineren Ableger FRONT, gleich am Ring, hinzu. Die Räumlichkeiten waren gegeben, denn sie sind im Familienbesitz, und als der junge Architekt sich an etwas neuem versuchen wollte, übernahm er diese kurzerhand. Die Atmosphäre des Ladens werde seiner Meinung nach noch durch das wunderschöne Jugendstilgebäude gesteigert, und auch die gusseiserne Wendeltreppe im Geschäft trage zu diesem besonderen Gefühl bei, erklärt András.

Das Angebot komme einem Gemischtwarenladen gleich, denn neben Bekleidung, Uhren, Accessoires, Wohnungseinrichtung und Wandaufklebern sind hier auch Bakelithefte, Schmuck, bunte Budapest T-Shirts und Taschen aus Feuerwehrschläuchen zu finden. Die zwei Läden bieten von insgesamt 58 unterschiedlichen Designern Entwürfe und die Eigenproduktionen an. So weisen sie insgesamt etwa 100 verschiedene Labels auf, die einzigartig und trotzdem bezahlbar sind. András erklärt, dass er meist junge und innovative Köpfe für seinen Laden suche, die originelle und neuartige Dinge entwerfen, wobei Brauchbarkeit und Bezahlbarkeit auch wichtige Kriterien seien.

Bunt und fröhlich

Das Rododendron Art gibt es seit 2008, ist jedoch vor zwei Jahren vom Madách tér in die Semmelweis utca in einen größeren und zentraleren Laden gezogen. Die Lage in der Innenstadt zieht einfach mehr Käufer an, so die Besitzerin Judit Katalin Elek, die die meisten der Designer von der Budapester Universität für Kunst und Design her kennt, wo sie studierte. Sie wollte ihnen einen Ort bieten, wo sie ihre Entwürfe ausstellen und verkaufen können. Neben diesem festen Geschäft in der Innenstadt ist Rododendron Art jedoch auch regelmäßig auf Designmessen und Festivals im Ausland wie Amsterdam, Brüssel oder London vertreten.

Die Einrichtung des Ladens gibt auch gleich den Stil vor: Weißer Designhimmel mit modernen, bunten und fröhlichen Produkten, die nur in kleiner Serie produziert werden. Das Spektrum der Artikel ist breit, und so gibt es neben Taschen und Kleidern und Schmuck auch Drucke, Fotoapparate und Lampen. Insgesamt arbeiten hier etwa 30 Leute. Die Designer wählt Judit aufgrund ihrer Erfahrungen und ihrer Ausbildung aus, komplette Anfänger fände man hier seltener. Auch lege sie großen Wert auf die Qualität und die Verkaufbarkeit der Stücke. Besonders stolz ist Judit auf die Nominierung für den BEST SHOP dieses Jahr in der Rubrik Designerläden. „Es ist die Anerkennung für vier Jahre harter Arbeit“, betont sie freudig.

Bild: Rododendron Art (1)
Glänzend und matt

Bilder: Filter Galerie (2)
Im Oktober 2010 wurde gegenüber der Margit Insel beim Szent István Park die Filter Galerie eröffnet. Diese bietet Schmuckdesignern einen Ort, an dem sie frei schaffen und gleichzeitig auch ihre Stücke verkaufen können. Die meisten von ihnen wurden an der Budapester Universität für Kunst und Design ausgebildet oder studierten im Ausland etwa an der Alchimia Contemporary Jewellery School in Florenz und dem Royal College of Art in London.

Die wichtigsten Kriterien für ihre Aufnahme sind ihr Wissen, die Qualität und Einzigartigkeit der Stücke, so der Betreiber Róbert Kárpáti. Da alle ihren eigenen Stil besäßen und unterschiedliche Materialen wie Stahl, Silber, Glas, Titan, Gold, Steine oder Perlen benutzten, könne man in der Galerie für jeden Geschmack etwas entdecken. Einen interessanten Einblick gewähren auch die von Zeit zu Zeit stattfindenden Schmuck- und Kunstausstellungen, die im Laden organisiert werden.

Modern und trendy

Das Látomás wurde 1998 eröffnet und entwickelte sich von einem Laden für Vintage-Kleidung zu einem Designgeschäft. Anfangs gab es dort auch ungarische Designer, seit 2007 werden jedoch ausschließlich ausländische Marken angeboten, die es nirgendwo sonst in Ungarn zu kaufen gibt. Alle zwei bis drei Wochen macht sich die Besitzerin Julie Szontagh auf den Weg, um neue Kollektionen für die inzwischen vier Látomás-Läden zu ergattern.

Die Fluktuation an neuer Kleidung ist also sehr hoch, wobei sich das nicht auf die Preise niederschlägt und das Angebot immer modern und trendy bleibt. Da Julie allein alle Stücke auswählt, bleibt der Stil ähnlich: klare, weibliche Linien, die trotz allem tragbar, modern und gleichzeitig einzigartig und bezahlbar sind. Der Kunde stehe hier eindeutig im Vordergrund, was wahrscheinlich auch den Erfolg der Látomás-Läden ausmache, vermutete die Eigentümerin. Den Standort des ersten Látomás-Ladens im siebten Bezirk, also im Herzen von Budapest, mit vielen Cafés und Klubs habe sie sich bereits 1998 ausgesucht und sei sich bis heute sicher, dass er perfekt sei.

Bild: Látómás (1)
Jung und alternativ

Bilder: meska (2)
Ein ganz besonderer Designladen ist die ausschließlich virtuell existierende Webseite www.meska.hu. Sie wurde im Sommer 2008 von Borbála Hídvégi und Réka Porst gegründet und hat sich seither zum größten Markt für handgearbeitete Designwaren entwickelt. Ziel der Gründer war es, jungen Talenten die Chance zu geben, ihre Entwürfe auch ohne einen Laden vorzustellen und zu verkaufen. Inzwischen gibt es auf der Seite auch die Möglichkeit, Grundmaterialen zu kaufen und sich für Handwerkskurse anzumelden (www.alkotokboltja.hu).

Das wichtigste bei allen angebotenen Artikeln ist, dass sie mit Sorgfalt von Hand gefertigt wurden und einzigartig sind, so Réka. Im Moment befänden sich etwa 2800 verschiedene Designer und 60.000 Artikel auf der Webseite, Tendenz steigend. Hier können sich nämlich nicht nur die gelernten Designer oder Schneider anmelden, sondern auch Leute, die gerne basteln oder nähen und mit ihrem Hobby ein wenig Geld hinzuverdienen möchten. Von Schmuck über Taschen und Kleidung bis hin zu Möbeln und anderen großen Gegenständen ist hier alles zu haben. Bewertet werden die Produkte einerseits von den Betreibern, andererseits von den Käufern, die die Seiten ähnlich wie Schaufenster durchsuchen können. Auch bei der Fortentwicklung der Webseite hätten die Besucher ein Wörtchen mitzureden, und angesichts der vielen Nachfragen gehe auch bald eine weitere Seite für selbstgemachte Lebensmittel (www.izporta.hu) online.

Euphorisch und kritisch

Die meisten der zuvor genannten Läden bekommen fast durchwegs positive Rückmeldungen aus dem Ausland. Das Filter etwa kann sich eines regen Andrangs von Ausländern erfreuen, die von den Schmuckstücken außerordentlich begeistert sind. Das Rododendron Art ist ebenfalls stolz auf das positive Feedback aus dem Ausland. Judit, die Geschäftsführerin, erzählt, dass in Budapest lebende Expats ihren Bekannten und Freunden regelmäßig das Geschäft empfehlen würden. Auch habe es der Laden in wichtige City Guides als „Muss“ geschafft.

András vom INSITU betont, dass die meisten Anmerkungen und Komplimente von Ausländern stammten, die ihn darin bestärkten, auch in Zukunft weiterzumachen. Das Látómás wiederum bekommt immer öfter Anfragen nach Möglichkeiten des Franchising, allerdings meint Julie, dass ihr dafür die Kapazitäten fehlten. Meska kann seinen Erfolg über das Internetportal einfach messen. Réka betont, dass es im In- und Ausland sehr gut laufe. Insbesondere die ungarischen Motive scheinen bei den Ausländern immer beliebter zu werden, und so gebe es immer mehr internationale Bestellungen.

Auch das Eventuell ist gut in den ausländischen Stadtführern vertreten und wird sowohl von Touristen und Expats besucht, jedoch bemängeln die Ausländer, dass die Läden oft schwer zu finden seien. Szilvia Szigeti, eine Mitbegründerin, merkt hierzu kritisch an, dass es in der Innenstadt noch immer kein umfassendes Programm oder Schutzzeichen für die vielen kleinen Läden gäbe, die der Stadt ein ganz eigenes Gesicht schenkten.
Ines Gruber
Die meisten der angeführten Läden haben auch einen Webshop und nehmen am WAMP, der Stylewalker Night und der Design-Woche teil.

Eventuell

Tel.: +36 1 318 6926, +36 20 567 2727
                     Öffnungszeiten:
V. Nyáry Pál utca 7
                                                    Montag bis Freitag 11 bis 18 Uhr
www.eventuell.hu                                                      Samstag 10.30 bis 14 Uhr

Filter

Tel.: + 36 1 350 5743
                                                Öffnungszeiten:
XIII. Pozsonyi út 49
                                                   Montag bis Freitag 11 bis 19 Uhr

www.filtergaleria.hu

Forma

Tel.: +36 1 266 5053                                                  Öffnungszeiten:
V. Ferenciek tere 4
                                                     Montag bis Freitag 11 bis 19 Uhr
www.forma.co.hu                                                       Samstag 10 bis 14 Uhr

FRONT

Tel.: +36 1 787 7503
                                                  Öffnungszeiten:
V. Múzeum körút 5
                                                     Montag bis Freitag 10 bis 19 Uhr
www.front.insitu.hu                                                    Samstag 10 bis 15 Uhr


INSITU

Tel.: +36 1 266 3080
                                                 Öffnungszeiten:
V. Múzeum körút 7
                                                    Montag bis Freitag 10 bis 19 Uhr
www. insitu.hu                                                           Samstag 10 bis 18 Uhr


Rododendron

Tel.: +36 70 419 5329
                                               Öffnungszeiten:
V. Semmelweis utca 19
                                             Montag bis Freitag 10 bis 19 Uhr
www.rododendronart.com                                         Samstag 10 bis 16 Uhr

Látomás

www.latomas.hu


Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 11 bis 19.30 Uhr
Samstag 11 bis 18 Uhr


Tel.: +36 1 267 2158
                                                Tel.: +36 1 786 6659

VII. Dohány utca 16-19                                            VII. Király utca 39.


Tel.: +36 1 786 32 96
                                               Tel.: +36 70 9300 392, +36 70 9300 393

V. Párizsi utca 4.
                                                       VII. Nyár utca 7

meska

www.meska.hu

Stylewalker Night
 

www.stylewalker.hu

Erschienen in der Budapester Zeitung Nr. 18, vom 4.-10. Mai 2012


Samstag, 11. Januar 2014

Taschendesign

Taschendesign für Sie und Ihn
„Leder-Liebe“

Taschen. Ein must-have für jede Frau. In vielen Farben, elegant oder praktisch, groß oder klein, schlicht oder verspielt, wandelbar oder einfach und aus edlen Materialien bieten die Designerinnen Judit Ducsai, Barbara Mestyán und Lili Veszprémi, sowie Zsófi Rainer mit ihrem Label „TheBétaVersion“ interessierten Damen und Herren in Budapest auf dem bekannten WAMP Designermarkt, online oder im Laden.

Die Tasche einer Frau ist eine Wissenschaft für sich. Einige bevorzugen große Umhängebeutel, in denen für jeden Notfall etwas untergebracht werden kann, andere legen nur Wert auf das Äußere, suchen etwas Kleines für einen besonderen Anlass oder benötigen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit wegen ihres bewegenden Alltags. Was jedoch alle Geschmäcker eint, ist der Wunsch nach dem etwas anderen, besonderen Wegbegleiter durch Dick und Dünn, der einem lange erhalten bleibt und zu einem passt. Diesen Ansprüchen wollen die folgende Designer, auf ihre ganz eigene Art, gerecht werden.

Freiheit

Die zwei jungen Designerinnen Judit Ducsai und Barbara Mestyán schlossen ihr Studium 2010 an der Moholy-Nagy Kunsthochschule im Bereich Lederdesign ab. Die Liebe zu Kunst und Design vereint die beiden jedoch bereits seit jungen Jahren und die Entscheidung für die Ausbildung fiel ihnen deswegen leicht. „Eigentlich war es klar, dass ich in diese Richtung gehen wollte“ betonte Judit und bestätigte damit auch die Ansichten Barbaras, die hinzufügte, dass Taschen aus Leder ihre große Leidenschaft seien. Judit erklärt, dass ihr Taschen die größte technische Freiheit für Kreativität böten, eine größere Fläche besäßen und durch die verschiedenen Formen eine Herausforderung darstellten. Zu ihren Kollektionen gehören bei beiden auch bunte, zum Teil zu den Taschenkreationen passende Accessoires aus Leder.

Die weitere Ausrichtung der Designerinnen ist sehr unterschiedlich. So bietet Barbara eher Abendtaschen und Clutch an, die Weiblichkeit und klare Formen vereinen, jedoch auch einen  verspielten Zug aufweisen. Judit geht eher in die etwas praktischere und wandelbare Ecke, mit ihren Entwürfen für den Alltag, die neben charakteristischen Elementen auch organische und klare Formen beinhalten und leicht zu reinigen sind. Ihre Entwürfe entstehen für Mann und Frau und sollen den Trägern Freude bringen.

Zu den Grundmaterialien gehören bei Judit, neben Leder, auch andere Textilien. Wichtig sei ihr nur immer, dass die verwendeten Materialen strapazierfähig und langlebig seien. Barbara besteht auf Leder, dies kann jedoch nicht nur vom Rind, sondern auch von Ziegen oder Schafen stammen. „Jede Tasche ist ein Einzelstück“ betonte sie und fügte hinzu, dass ihr Qualität sehr wichtig sei.

Inspiration gewönnen beide in ihrem Umfeld, von Farben, Mustern oder der Textur des Leders. Bei den Entwürfen versuchen sie auch immer die Wünsche der Kunden im Auge zu behalten. Aus diesem Grund gäbe es die Möglichkeit bei ihnen direkt Einzelanfertigungen zu bestellen, die zusammen mit dem Kunden und dessen Anforderungen entstehen. Auch der direkte Kontakt zu den Käu­fern auf dem WAMP Designmarkt sei beiden wichtig, denn zufriedene Gesichter und wiederkehrende Stammkunden freue sie jedes Mal außerordentlich.


Gleichgewicht

Mit genauso viel Engagement wie ihre Kolleginnen geht Lili Veszprémi bei ihren Kreationen ans Werk. Ihre Taschen enthalten nicht nur Leder, sondern auch eine Mischung aus Baumwollstoffen und Leinen, die den Vorteil besitzen jede gewünschte Farbe annehmen zu können. Dies ergänzt sie des Weiteren mit Metall. Das Färben der Stoffe möchte sie auf lange Sicht selber übernehmen, um ihre Entwürfe noch etwas spezieller und einzigartiger zu machen. Lili sagte, dass ihre Taschen frisch und jung seien und neben dem weiblichen, auch einen sportlichen Aspekt vereinten. Wichtig sei ihr bei allem Design, die Balance zwischen Tragbarkeit und Einzigartigkeit zu finden. Nicht zu viel und nicht zu wenig genau zu treffen sei eine schwierige Aufgabe, erklärte sie und führte aus, dass sie die Natur und Musik am meisten bei ihrem kreativen Prozess beeinflusse und ihr Ideen schenke.
Die Designerin, die noch nicht ganz fertig mit ihrer Ausbildung ist, meinte, dass Handtaschen Schätze sind und jede Frau eine besäße. „Ich liebe Taschen, denn sie bieten viele Möglichkeiten für Form, Farbe, Größe und Stoff“ schwärmte sie.

Einzelheiten

Das Label „The­Béta­Version“ entstand vor zwei Jahren als es die Designerin Zsófi Rainer, zusammen mit Cili Varga, gründete. Zsófi ist ebenfalls Absolventin der Moholy-Nagy Kunsthochschule im Bereich Lederdesign und fand, dass ihr Weg zum Design von Kindesbeinen an vorgezeichnet war. Leder habe es ihr nicht nur wegen seiner Struktur angetan, sondern sie möge auch die Natürlichkeit des Materials, das Gefühl beim Anfassen, den Geruch und die Tatsache, dass es vielfältig verwendet werden könne. Als Ergänzung dazu nutze sie Filz, der ähnlich dankbare Eigenschaften aufweise und in vielen Farben erhältlich sei.

Ihre Taschen seien einerseits etwas zurückhaltend, praktisch und hätten klare Linien, jedoch würde der Betrachter bei näherem Hinsehen kleine, feine Details wahrnehmen, die ihre Kreationen einzigartig machten. Des Weiteren wäre es ihr wichtig, dass ihre Entwürfe nicht nur im Material lange hielten, sondern auch vom Design mehr als eine Saison überstünden. Durch das bisherige durchweg positive Medienecho im In- und Ausland, könnten Taschen von „TheBétaVersion“ nicht nur in Buda­pest erstanden werden, sondern seien auch in Stockholm, Berlin und Bratislava zu finden.
Ines Gruber
„TheBétaVersion“
Tel.: +36 20 5274011
Onlineshop: thebetaversion.bigcartel.com,
 www.thebetaversion.com

Black Box Concept Store

V. Irányi utca 18
 

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 11 bis 19 Uhr
Samstag 12 bis 18 Uhr.


Judit Ducsai

Tel.: + 36 70 773 0310

Werkstatt (bitte nach Anmeldung):
 XIII. Váci út 43/B

www.ducsaijudit.hu

Barbara Mestyán

Tel.: +36 70 317 3550

Onlineshop: www.meska.hu, www.etsy.com, www.mbdesign.hu

Lili Veszprémi (Petit Pott)
Onlineshop: www.meska.hu, www.etsy.com 


Alle vier Designer haben im Frühjahr ihre neue Kollektion auf den Markt gebracht und sind regelmäßig auf dem WAMP Designmarkt (www.wamp.hu) im Millenáris zu finden.

Erschienen in der Budapester Zeitung Nr. 17, vom 27. April - 3. Mai 2012


Freitag, 10. Januar 2014

Designer Schmuck

Holz, Edelmetall, Glas und Seide
Schmuck in allen Facetten

Buntes, Schlichtes, Gemasertes, Gebogenes, Gegossenes und Verziertes stellen die fünf ungarischen Designerinnen Andrea Soós, Viktória Simon, Zsuzsi Panyi, Andrea Maszkalya und Szilvia Bozsik in manchmal aufwendiger Handarbeit und aus den unterschiedlichsten Materialen her, um damit das Auge und die Trägerin zu erfreuen.

Schmuck bedeutet Ziergegenstand und/oder Verschönerung. Bezeichnungen, die auf die schönen und außergewöhnlichen Kreatio­nen der begabten Designerinnen auf jeden Fall zutreffen. Die zum Großteil in Handarbeit entstehenden Werke sind aufgrund ihrer Grundmaterialien Einzelstücke, die auch dem Käufer einen Hauch Einzigartigkeit schenken.

Edelmetall

Die beiden Designerinnen Andrea Soós und Viktória Simon beschäftigen sich in erster Linie mit Silber, seiner Verarbeitung und der Kombination mit anderen Materialien. Das sind soweit die einzigen Gemeinsamkeiten.
Soós, die in Mainz ihren Abschluss in Freier Bildender Kunst gemacht hat, widmet sich dem Re­Design, also dem Umformen von alten, beschädigten Silberstücken wie Dosen und Taschenuhren. Aus diesen entsteht bei der Verarbeitung mit viel Fantasie, Können, ein wenig Zufall und Experimentieren etwas Neues, zum Teil Nonfiguratives, das am Ende schön und elegant die Weiblichkeit betont. Die Designerin erklärt, dass sie sich schon seit ihrer Kindheit mit Schmuck befasst habe und sich nun seit einigen Jahren neben ihren anderen kreativen Arbeiten wie Zeichnen und Fotografieren der Herstellung von Silberkleinoden hingebe. Ihre Kundinnen kämen aus aller Welt und seien Frauen ab 30, die die Verbindung von Antikem mit Neuem zu schätzen wüssten.


Die etwas jüngere Simon ist seit ihrer Schulzeit von der Goldschmiedekunst fasziniert und befasst sich neben dem Entwerfen von Schmuck auch mit Bildhauerei. Sie erzählt, dass die Ausbildung an der Moholy-Nagy Kunstuniversität ihr Denken grundlegend verändert und ihren Horizont erweitert habe. „Meine Ideen kann ich wegen der Größe am einfachsten beim Schmuck verwirklichen“, fügt Simon hinzu, deren Schmuckstücke neben klaren Linien auch ein wenig Asymmetrie enthalten. Neben Silber nutze sie auch Gold, Kupfer, rostfreien Stahl, Titan, Bakelit, verschiedene Mineralien, Textilien und sogar Porzellan, Holz und Beton. Wichtig sei ihr neben der Harmonie zwischen Form und Vorstellung auch, dass sich Design und Funktionalität, Geometrie und Natur die Waage hielten.


Holz

Die Designerin Andrea Maszkalya, die ursprünglich das Tischlerhandwerk erlernt hat, entwirft seit vergangenem Jahr Ketten, Armreifen, Ringe und Ohrringe aus Holz. Sie unterrichtet momentan, auf Grundlage ihrer Ausbildung an der Technischen Hochschule in Budapest als Designerin, das Entwerfen von Möbeln. Maszkalya erklärt, dass daraus auch ihr Label entstanden sei. Denn es sei ihr wichtig, sich als Lehrer fachlich ständig weiterzuentwickeln, und im Schmuckdesign habe sie die Möglichkeit gefunden, sich mit dem Material und ihren Händen zu beschäftigen.

Ihre Kreationen sollen die Eleganz der Natur verdeutlichen, entstünden aus 100 Prozent Handarbeit und nutzten als Grundmaterial, grob gesagt, Abfall der Möbelproduktion. Die Wiederverwertung von Resten, die erstaunliche Formen haben unterstütze ihr Anliegen nur Einzelstücke zu produzieren: Maserung, Farbe und Form ähnelten sich zwar, seien jedoch nie identisch.




Glas

Noch ungewöhnlicher als Holz ist wohl der Rohstoff von Zsuzsi Panyi, die aus Glas hübsche, kunterbunte und gleichzeitig durchscheinende Medaillen, Ohrringe, Ringe, Manschettenknöpfe, Haarschmuck, Armreifen, Ketten und sogar Gürtelschnallen herstellt.
Da ihr Vater in der Glasindustrie arbeite, zu Hause eine kleine Glasfabrik betreibe und selbst ein Patent besäße, sei ihr Weg seit der Kindheit eigentlich vorgezeichnet gewesen. Panyi betont, dass sie aus mehreren Gründen zu Hause arbeite: Einerseits schone sie durch das Wegfallen des Weges und des Benzinverbrauchs die Umwelt, andererseits den Geldbeutel ihrer Kunden.
Sie versuche eben so kostengünstig wie möglich zu produzieren, damit sich viele Interessierte ihren Schmuck leisten könnten. „Es ist wichtig, sich wohl und schön in seiner Haut zu fühlen und keinen vorgeschriebenen Medienidealen zu folgen“, betont die Designerin, die ihre Inspiration und Kraft aus ihrer Familie und ihren Freunden schöpft.

Seide

Feste Materialen nutzt Szilvia Bozsik nur als Grundstock, um darum ihre bunten und weichen Seidenbänder zu winden. Und so entstehen auffällige und farbenprächtige Ohrringe, Ketten und Ringe, die einzigartig sind und die Blicke auf sich ziehen. „Die meisten Menschen können sich nicht vorstellen, dass auch aus anderen alternativen Stoffen Schmuck entstehen kann“, meint sie nachdenklich und erzählte von ihren ersten Versuchen, aus handbemalten Seidenstoffen Schmuckstücke zu formen.
Es sei nicht einfach gewesen, jedoch hätten inzwischen schon mehrere Hundert Stücke begeisterte Besitzer gefunden. Obwohl sie die Arbeit nicht mehr alleine schafft, werden die Stoffe auch weiterhin nach ihren Plänen mit Farben und Mustern bemalt. Erfolg hat sie mit ihren Kreationen nicht nur in Ungarn, sondern auch in Mailand, London und auch Deutschland. Es sei immer eine besondere Befriedigung für sie, wenn ein Käufer glücklich lächelnd ihren Stand verließe.
Ines Gruber
Silberschmuck:
Viktória Simon

Tel.: +36 30 407 8117

www.sterling-galeria.hu

www.filtergaleria.hu

www.ezustgaleria.axioart.com
www.simonviktoria.hu



Silberschmuck:
Andrea Soós

Tel.: +36 30 243 2618

www.soosandrea.hu


Glasschmuck:
Zsuzsi Panyi

Tel.: +36 70 619 2137

www.panyizsuzsi.hu

Holzschmuck:
Andrea Maszkalya

Black Box Concept Store

V. Irány utca 18. 

www.maszkalya.com

Seidenschmuck:
Szilvia Bozsik 

Tel.: + 36 20 325 9922

Intuita2
V. Váci út 61

www.meska.hu/silka

www.facebook.com/selyemékszer

Alle fünf Designer sind regelmäßig auf dem WAMP Designmarkt (www.wamp.hu) 
im Millenáris zu finden.

Erschienen in der Budapester Zeitung Nr. 13, vom 30. März - 5. April 2012

Mittwoch, 1. Januar 2014

Design für Kinder

Spielzeug, Schuhe und Kleidung für Kinder
Design für die Kleinen

Besondere Mode für Schwangere und Kinder, weiche Baby- und Kinderschuhe und bunte Holzdekorationen für Kinderzimmer, die mit Liebe in Handarbeit gefertigt wurden. All das gibt es in Budapest von Designern zu kaufen, bei denen Qualität, Individualität und Kinderfreundlichkeit an erster Stelle stehen.

Kleidung für Kinder beginnt eigentlich schon während der Schwangerschaft, denn nur wegen des Babybauchs benötigt die werdende Mutter andere Kleidung. Genau das war auch der Ausgangspunkt der Designerin Gabi Szabó, die nach ihrem ersten Label „zagabo“ während ihrer Schwangerschaft das zweite Label, „zagabo mamma“, gründete. Die langweilige und oft aus Kunstfaser bestehende Umstandsmode zwang sie praktisch zu eigenen Entwürfen. Augenzwinkernd meint sie, dass ihr Sohn dabei eine große Hilfe gewesen sei und die „Testfläche“ zur Verfügung gestellt habe. Sie achte auf Naturfasern und kreiere Mode, die bequem, elegant oder leger sei und vor und nach der Schwangerschaft getragen werden könne. Durch Reißverschlüsse passe sich zum Beispiel eine Jacke oder ein Oberteil erst dem wachsenden Bauch an, um sich nach der Geburt wieder rückzuverwandeln. 

Kinderzimmer
 
Fliegende Drachen, große bunte Libellen, Schmetterlinge, Käfer und Flugzeuge, die an der Decke befestigt durchs Zimmer schweben und farbenfrohe Mobiles, die an Gitterbetten angebracht werden können, fertigt „Bubóka“ für´s Kinderzimmer an. Hinter dem Label stehen Réka Csajághy und András Kopócsy, die für das von ihnen angefertigte Wohndesign für Kinder Holz mit umweltfreundlicher Lackierung und andere Naturstoffe wie Filz und Baumwolle benutzen. Die Einzelstücke und ihre Formen sind von Märchen und den Ideen, Vorstellungen und Wünschen ihrer Sprösslinge und Umgebung inspiriert. 

Nachdem die Kleinen sich an den Mobiles mit bunten Filzvögeln über ihren Betten satt gesehen haben, können sie auf den weichen Sohlen von Eszter Soponyai durch die Zimmer flitzen. Die Designerin entwirft seit vier Jahren unter dem Label „Estrella“ Baby-, Kinder- und Erwachsenenschuhe für zu Hause. Ihre Modelle sind aus Leder und in Größe 16 bis 41 in allen Farben mit Tiermotiven wie Elefanten, Zebras und Pinguinen, Punkten und Blümchen erhältlich. Der Vorteil dieser sockenähnlichen Schuhe ist ihre Rutschfestigkeit. Eine Kundin meint begeistert: „Das ist das vierte Paar, das ich für meine Tochter kaufe, sie sind einfach so niedlich und praktisch“. Neben den verschiedenen Verzierungen kann auch noch zwischen Schuhen und Sandalen in mehreren Ausführungen gewählt werden.

Wenn das Laufen und Stehen erfolgreich gemeistert wurde, können die Kleinen an den farbigen Messlatten von „Bubóka“ stolz nachsehen wie groß sie schon geworden sind.


Kinderkleidung

Sternchen und Glitzer auf rosarotem Hintergrund oder Rennautos und Spiderman, das sind die üblichen Motive auf den Kleidungsstücken für Kinder, die in den Läden zu haben sind. Wer etwas schlichteres oder hipperes, modischeres und individuelles sucht, wird bei den Designerinnen Karolina Fábics von „lyncucc“ und Manuéla Maráczy und ihrem Label „manuela“ fündig. Beide sind noch nicht sehr lange im Geschäft und folgen ihren eigenen Konzepten: Bequem, tragbar, kombinierbar und bezahlbar soll ihre Kindermode für die Altersgruppe eins bis sechs Jahre sein. Das übliche Babyblau und -rosa sucht man bei diesen Kreationen vergeblich.

Die Entwürfe von Karolina kommen eher in gedeckten Farben wie weiß, beige, schwarz und dunkelblau daher, die mit kräftigeren Tönen wie rot und blau, Streifen und Mustern aufgefrischt werden. Die Schnitte sind fast klassisch, besitzen jedoch immer das gewisse Etwas. Neben Kleidern, Röcken, T-Shirts und Hosen kreiert sie auch Hüte, Jacken und die passenden Schals dazu.

Manuelas Sachen sind ein wenig flippiger mit Batikmustern, mehreren Farben und lustigen Aufschriften und zum Teil selbstentworfenen Mustern. Den Anstoß für ihre Kollektion bekam sie von ihren Töchtern, die ihr auch einige Ideen für ihre Mode liefern und ihre größten Kritiker sind, so die junge Frau, die lächelnd erklärt, dass „die Größen und die Zielgruppe meiner Mode wahrscheinlich mit meinen Kindern mitwachsen werden“.

Ines Gruber

Alle Designer sind regelmäßig beim WAMP Designermarkt anzutreffen und nehmen Bestellungen online oder per Telefon an.






„zagabo“ Showroom

Tel.: + 36 70 510 0308
                           Öffnungszeiten: nach Anmeldung
VIII. Százados út 3-13 

www.zagabo.com


„Estrella“ Schuhsalon 
                        Öffnungszeiten: 

Tel.: +36 1 330 4002
                              Montag bis Freitag  10 bis 18 Uhr
XIII. Hollán Ernõ utca 9
                          Samstag 10 bis 13 Uhr

www.puhatalpucipo.hu

„lyncucc“

Tel.: +36 30 681 8706

www.lyn.hu

„manuela“

Tel.: +36 20 9923 654

www.manuela.hu

„Bubóka“ Holzspielzeug

Tel.: +36 20 38 44444

www.buboka.hu

Erschienen in der Budapester Zeitung Nr. 51-52, vom 16. Dezember 2011 – 5. Januar 2012